Demo vor dem Auswärtigen Amt fuer das Recht auf FamilieGemeinsame Pressemitteilung des Flüchtlingsrats Berlin e.V. und KommMit e.V./ Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant_innen (BBZ) vom 01.September 2017

Der Flüchtlingsrat Berlin und KommMit e.V./BBZ verurteilen den Vorstoß des Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU), den Familiennachzug zu subsidiär schutzberechtigten Flüchtlingen auch über März 2018 hinaus auszusetzen, entschieden.

Mit dem Asylpaket II im März 2016 wurde der Familiennachzug zu Flüchtlingen, denen im Asylverfahren der subsidiäre Schutzstatus zuerkannt wurde, für zwei Jahre ausgesetzt. Gleichzeitig änderte sich die Entscheidungspraxis des Bundesamtes: Von den syrischen Asylsuchenden erhalten seit August 2016 deutlich mehr als die Hälfte nur den subsidiären Schutz statt des Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention und sind damit von der Aussetzung des Rechts auf Familiennachzug betroffen. Aber auch zahlreiche Asylsuchende aus dem Irak, aus Afghanistan, Eritrea und Somalia erhalten den subsidiären Schutz.

Durch das Asylpaket II wurde ihnen gesagt, sie können erst ab März 2018 ihre Familien nachholen. Das bedeutete für die Betroffenen: jahrelange Familientrennung, und damit Leid, Angst und Verzweiflung. Nun kündigte der Bundesinnenminister an, sich für dafür einzusetzen, die Aussetzung des Familiennachzugs auch über März 2018 hinaus zu verlängern.
       
„De Maizières Ankündigung den Familiennachzug weiter aussetzen zu wollen, macht uns fassungslos und wütend. Das ist mit rechtsstaatlichen Prinzipien auf keinen Fall vereinbar – und ein Schlag ins Gesicht für die Flüchtlinge, ihre Berater_innen und Unterstützer_innen“, sagt Walid Chahrour, Leiter des Beratungs- und Betreuungszentrums für junge Flüchtlinge und Migrant_innen (BBZ) „Eine Zukunft ohne ihre Familie ist für die Betroffenen unvorstellbar. Der Innenminister und seine Partei zerstören sehenden Auges Familienleben auf immer oder wollen die Flüchtlinge offenbar ohne Rücksicht auf Grund- und Menschenrechte dazu drängen, zurück ins Kriegsgebiet zu gehen. Das werden wir nicht hinnehmen. Wir rufen Geflüchtete, Berater_innen und Unterstützer_innen daher zu Protesten auf.“

Flüchtlingsrat Berlin e.V. und KommMit e.V./BBZ fordern das Recht auf Familiennachzug für subsidiär schutzberechtigte Flüchtlinge. Gemeinsam führen sie seit März 2015 unter dem Titel „Willkommen in Berlin! – Asylaufnahme verbessern und Flüchtlinge aus Syrien unterstützen" ein dreijähriges Projekt zur Beratung durch. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Beratung von Asylsuchenden aus Syrien und zum Familiennachzug.

Pressekontakt: 030- 224 76 3-09, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pressemitteilung als pdf.

 

Presseschau:

taz.de vom 03.09.2017: Geflüchtete allein in Berlin: „Seine Rechnung wird nicht aufgehen“. Interview mit Walid Chahrour

rbb24.de vom 01.09.2017: Aussetzung des Familiennachzugs - Berliner Flüchtlingsrat kritisiert Bundesinnenminister

ANGEBOT

WIR BERATEN JUGENDLICHE
• Die Schwierigkeiten in der Schule haben
• Die Schwierigkeiten mit ihren Eltern haben
• Die Schwierigkeiten mit LehrerInnen und Jugendämtern haben

HIERZU BIETEN WIR JUGENDLICHEN
• Individuelle Betreuung und Beratung
• Unterstützung bei Konflikten
• Begleitung bei Gesprächen mit der Schule, dem Schulamt, dem Jugendamt und
  staatlichen Institutionen in Berlin Angebot von Nachhilfe und Lernberatung

• Freizeitangebote zur Stärkung sozialer Kompetenzen
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• Ihre Erziehungskompetenz zu stärken
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• Ihre Kinder zu Erfolgen in der Schule zu befähigen
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HIERZU BIETEN WIR
• Begleitung der Eltern bei Gesprächen mit LehrerInnen, Schulen, Ämtern und
  Institutionen

• Einzelfallberatung
• Elterntreffen
• Vermittlung zwischen Eltern und Schulen
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VERANSTALTUNGEN

AG Bildung des Flüchtlingsrats Berlin 1xmonatlich

nächstes Treffen: 08.09.15, 16:30 - 18:30 Uhr / BBZ